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Die Nuklearmedizin ist ein relativ junges Fachgebiet innerhalb der Medizin.
Radioaktive Substanzen werden entweder als Reinsubstanz oder in Form komplexer Verbindungen zur Diagnostik oder Therapie verwendet. Hierdurch erhält der Arzt Informationen über viele funktionelle Fragestellungen.

Die rein gestaltsmäßige Darstellung eines Organes gelingt häufig mit anderen Methoden wie Ultraschall, Röntgen, Computertomographie (CT) oder der Magnetresonanztomographie (MR oder MRT oder NMR abgekürzt) besser, die Funktionsdiagnostik jedoch nicht.
Die beschriebenen Verfahren und die Nuklearmedizin sind also nicht konkurrierende, sondern ergänzende Verfahren.

In der Diagnostik kommen vor allem folgende radioaktive Substanzen zur Anwendung:

Tc-99m (Technetium), ein so genannter Gamma-Strahler, der in der Praxis aus einem speziellen Generatorsystem täglich frisch gewonnen wird. Die Substanz kann sowohl als Reinsubstanz als auch in vielen Kombinationen mit nichtaktiven Trägerstoffen verwendet werden. Durch günstige physikalische Eigenschaften und eine so genannte kurze Halbwertszeit (das ist die Zeit, in der die Radioaktivität aufgrund physikalischer Gesetze um die Hälfte abnimmt), ist diese Substanz für viele Untersuchungen ideal. Besonders hervorzuheben ist die sehr geringe Strahlenbelastung für den Patienten.

J-123 (Jod), ebenfalls ein reiner Gamma-Strahler, der jedoch nicht auf Vorrat gehalten werden kann. Dadurch ist die logistische Handhabung dieses Strahlers wesentlich aufwändiger, so dass diese Substanz meist nur bei speziellen Fragestellungen zur Anwendung kommt.

Th-201 (Thallium), ein Gamma-Strahler mit schwacher Strahlung, jedoch mittellanger Halbwertszeit. Diese Substanz wird insbesondere zur Herzdiagnostik eingesetzt, aber auch z. B. bei der Diagnostik der Nebenschilddrüse. Sie kann ebenfalls nicht auf Vorrat gehalten werden.

Generell gilt für die radioaktiven Stoffe, die im Rahmen der Diagnostik zur Anwendung kommen, dass sie im Allgemeinen gut verträglich sind. Allergische Reaktionen sind eine absolute Seltenheit.
Die Strahlenexposition für den Patienten liegt bei den Untersuchungen im Allgemeinen in der gleichen Größenordnung wie bei Röntgen- oder CT-Untersuchungen.

Um die Information der radioaktiven Strahlung messen zu können, benutzen wir spezielle Kamerasysteme, so genannte Gammakameras.

Hierbei handelt es sich um unterschiedlich große Messgeräte, die eine Menge Elektronik enthalten.

Das Kamerasystem wird über (oder auch unter) die zu untersuchende Körperregion positioniert. Bei bestimmten Untersuchungen bewegt sich das Kamerasystem auch über dem Patienten entlang (z. B. bei der Ganzkörper-Knochendarstellung), oder rotiert um den Patienten herum (z. B. bei der Herzuntersuchung oder speziellen Hirnuntersuchungen).
Ein direkter Kontakt mit dem Untersuchungsgerät findet nicht statt. Da zwischen dem Patienten und dem Kamerasystem genügend Abstand ist, haben wir nur selten Patienten, die wegen Platzangst die Untersuchung abbrechen müssen. Haben Sie derartige Probleme, informieren Sie uns. Eine geschulte Mitarbeiterin oder Mitarbeiter wird dann immer in Ihrer Nähe bleiben, um Ihnen die Angst zu nehmen.

Bei der Knochendichtemessung kommt ein spezielles Aufnahmesystem zur Anwendung. Die Messung erfolgt mittels Röntgenstrahlen über der Wirbelsäule und der Schenkelhalsregion.

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